Mehrgenerationenhaus Mumsdorf - Kapitel II: Ein leeres Haus, eine halbe Baugenehmigung und ganz viel Benefiz
Kapitel II: Ein leeres Haus, eine halbe Baugenehmigung und ganz viel Benefiz
Sicherlich mag sich der eine oder andere interessierte Leser gefragt haben, warum nach Kapitel I lange Zeit nichts mehr zu lesen war. Und auf der Baustelle war es in den letzten Wochen auch ziemlich ruhig. So wurden bereits die ersten Stimmen laut, dass es womöglich gar nicht weiter geht …
Aber weit gefehlt. Es ging und geht natürlich weiter. Nur leider hat man auf der Baustelle direkt nichts so viel davon gesehen. Aber von vorn und der Reihe nach. Als die Abriss- und Entkernungsarbeiten bereits ein gutes Stück vorangekommen waren, kamen leider auch die ersten Ü-Eier zum Vorschein. Obwohl das Gebäude bzw. seine Bausubstanz im Vorfeld umfassend von verschiedenen Gutachtern untersucht wurde, kamen dennoch Unvorhergesehenheiten zum Vorschein. So haben zum Beispiel ungenügend zugeschüttete Keller negative Auswirkungen auf mehrere Räume im Erdgeschoss, es gibt teilweise nicht mehr tragfähige Decken, bei einigen Holzbalkendecken ist stellenweise die freigelegte Dielung defekt, durch schweren Eisensand (anstelle von Schlacke) im Fehlboden ergibt sich auch hier in einigen Bereichen eine ungenügende Tragstruktur, in den zum Abbruch vorgesehenen Schornsteinen haben sich Auflager der Stahlträger versteckt und Decken und Dachbereich im Anschluss an das neue Treppenhaus haben keine Fußpfette - und das bei einem 3 m auskragenden Dach, was erstmal Einsturzgefahr bedeutet. Keine Angst, ist alles abgestützt.
Da klingt im ersten Moment ziemlich dramatisch und – à la Vogel Strauß – zum Kopf in den Sand stecken; aber ehrlicherweise haben wir bei einem 1939 errichteten Gebäude – welches eigentlich aus mehreren zu unterschiedlichen Zeiten wie auch immer zusammengebauten Häusern besteht – mit solchen Überraschungen gerechnet. Also kein Grund zum Verzagen. Es wurden allerdings Änderungen im Leistungsverzeichnis „Erweiterter Rohbau“ notwendig, die eben etwas Zeit brauchten.
Am 09.07.2025 hatten unsere Stadträte, die Kitaleitung sowie der Ortsteilbürgermeister die Gelegenheit, sich persönlich von dem Fortschritt der Abriss- und Entkernungsarbeiten zu überzeugen und die Baustelle genauestens in Augenschein zu nehmen. Von dem Angebot wurde rege Gebrauch gemacht und der Planer Herr Zirpel, der Bürgermeister Herr Dathe und Frau Seifert vom Bauamt standen den Anwesenden umfassend Rede und Antwort. Man ist sich einig, dass gegen Ende des Jahres eine weitere Baustellenbesichtigung stattfinden soll.
In der Zwischenzeit hat die Firma Seyfarth Containerdienst aus Schmölln die Abriss- und Entkernungsarbeiten bis auf wenige Restarbeiten beendet und nun könnte es endlich richtig losgehen und wir wollten mit den Ausschreibungen für die nächsten Gewerke starten. Wenn da nicht noch die Thematik mit der ausstehenden Baugenehmigung gewesen wäre …
Der aufmerksame Leser dürfte an dieser Stelle noch im Hinterkopf haben, dass wir die Antragsunterlagen bereits im März `25 eingereicht hatten und es seitdem ein einziges Hin und Her mit Nachreichungen, Korrekturen und Ergänzungen gibt. Böse formuliert ist die Generierung einer Baugenehmigung – wohlgemerkt für ein Mehrgenerationenhaus mit Kita und nicht für ein Atomkraftwerk – umständlicher und komplizierter, als das Herankommen an das Antragsformular A38 bei Asterix und Obelix. Wir bitten den Sarkasmus an dieser Stelle zu entschuldigen, aber wir sind auch nur Menschen, die bei so viel überbordender Bürokratie manchmal an ihre Grenzen kommen.
Um also überhaupt weiter zu kommen haben wir eine Teilbaugenehmigung nach § 80 ThürBO für die Gewerke Baustelleneinrichtung, Gerüstbau und erweiterter Rohbau beantragt und auch erhalten. Ja, so etwas kann man machen. Und so sind wir zu unserer halben Baugenehmigung gekommen. Wir hoffen inständig, dass wir in Kapitel III die frohe Kunde von einer ganzen Baugenehmigung verkünden dürfen.
Dank der zumindest halben Baugenehmigung konnten die Gewerke Baustelleneinrichtung, Gerüststellung und erweiterter Rohbau ausgeschrieben und vergeben werden. In den vergangenen Tagen wurde die Baustelleneinrichtung durch die Firma Zwillings Baudienstleistungen aus Ober-Olm an Ort und Stelle installiert. Nun kann es endlich losgehen und die Firma Hans Fuchs Bauunternehmen Altenburg wird den erweiterten Rohbau planmäßig bis Ende dieses Jahres realisieren. Dazu gehören die Gewerke Erdarbeiten/Baugrube, Kanäle/Schächte/Leerrohre, Verfüllung Keller, weiße Wanne, Beton- und Stahlbetonarbeiten, Mauerwerk, Treppen/Decken, Zimmermannsarbeiten. Also viel Arbeit und wenig Zeit. Eigentlich wie immer.
Und was ist noch so passiert? Ne ganze Menge. Da wir zwar das Geld für die Bauleistungen haben und dabei dankenswerter Weise durch Fördergelder vom Landesamt für Landwirtschaft und ländlichen Raum unterstützt werden, aber kein Geld für neue Möbel, Spielsachen oder Deko im Kitabereich, haben wir uns überlegt, wie wir den kleinen Kneippianern ohne Geld trotzdem ansprechende Räumlichkeiten gestalten können. Ziemlich schnell haben wir eingesehen, dass es ohne Geld nicht geht … Also Planänderung: Wir brauchen doch Geld.
Und so wurde die Idee eines Benefizkalenders geboren. Auf die einzelnen Kalenderblätter sollten die Meuselwitzer Vereine, die so die Möglichkeit bekommen, sich originell zu präsentieren. Schnell fanden sich 12 willige Vereine der unterschiedlichsten Couleur und es entstand in den vergangenen Monaten ein toller Kalender, auf den wir ziemlich stolz sind. Zum Tag der Vereine konnte man diesen gegen eine Spende von 15 € erhalten. Selbstverständlich besteht auch jetzt noch die Möglichkeit, den Kalender gegen eine Spende zu bekommen und damit aktiv die kleinen Kneippianer zu unterstützen. Der Spendenerlös geht zu 100 % in die neue Kitaausstattung.
Und weil wir grad im Benefiz-Flow waren, haben wir zum Tag der Vereine am 06.09.2025 gleich noch eine Benefizversteigerung gemacht. Hier konnten viele Schätzchen ersteigert werden. Trotz anfänglicher Zurückhaltung, haben sich die Meuselwitzer am Ende richtig ins Zeug gelegt und es sind fast alle Exponate „über den Tisch gegangen“. Der Erlös von 707 € kommt ebenso zu 100 % den Mini-Kneippianern zugute. Vielen lieben Dank an alle Bieter!
Und damit sind wir am Ende von Kapitel II angekommen. Mal sehen, was uns in Kapitel III alles erwartet. Wir bleiben gespannt. Bis bald 😉
Die Kalender, die eigens für den Spendenzweck entworfen wurden und deren Erlös zu 100 Prozent der Kindertagesstätte zugutekommt, sind an folgenden Stellen gegen eine Spende von 15 € (oder gern auch mehr ...) erhältlich:
Buchhandlung Krause Meuselwitz, Am Markt
Stadtbibliothek Meuselwitz, Bahnhofstraße 16
Stadtkasse Meuselwitz im Rathaus
Schnaudertalhalle Meuselwitz, Zeitzer Straße 45
Kindertagesstätte S. Kneipp Mumsdorf
Herzlichen Dank allen Spendern!



